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Industrie und Gewerbe

Im Jahre 1839 wurden Böhlitz und Ehrenberg zu Böhlitz-Ehrenberg vereint. Damals war dies eine Landgemeinde mit 190 Einwohnern, vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Der Beginn einer industriellen Entwicklung wurde durch Franz Schlobach ausgelöst, als dieser die seit dem 13. Jahrhundert bestehende Böhlitzer Mühle übernahm, mit der Zeit die Wasserkraft durch Dampfturbinen ergänzte und ein Furnier-schneidewerk errichtete. Bereits um 1860 war das Schlobach'sche Sägewerk eines der größten Deutschlands, das die bestgeschnittensten Furniere herstellte. Ein weiterer Wegbereiter war Carl Hinné, der im Jahre 1900 eine Schmirgelschleifscheibenfabrik gründete. Bis zu diesem Zeitpunkt existierten weitgehend nur die für den Bedarf des Ortes benötigten Gewerbebetriebe.
Ende des 19. Jahrhunderts setzte in Leipzig eine stürmische industrielle Entwicklung, besonders im Leipziger Westen, ein, die auch Böhlitz-Ehrenberg erfasste. Es entstanden zahlreiche Industriebetriebe, die zum Teil auch heute noch bestehen. Die Entwicklung erreichte während der beiden Weltkriege konjunkturelle Höhepunkte. Nach Ende des 2. Weltkrieges konnte unter schwersten Bedingungen in relativ wenigen Jahren die Industrie wieder voll zum Laufen gebracht werden. In Böhlitz-Ehrenberg waren Industriebetriebe von volkswirtschaftlicher Bedeutung ansässig: Gießereien, Kugellagerfabrik, Dieselmotorenwerk, Getriebewerk, Klavierfabrik, Armaturenwerk, Holzveredlungswerk, Modellbau, Möbelwerke, Kleinlederwarenfabrik, Hersteller von Eisenbahndrehkränen, Elektrotechnischen Geräten, Lüftungsanlagen u.a.m.

Daneben hatten auch zahlreiche Handwerksbetriebe ihren festen Platz. Im Jahr 1989 hatte Böhlitz-Ehrenberg 8811 Einwohner und in den Betrieben arbeiteten ca. 18000 Menschen. Man sprach in dieser Zeit von der »größten Industriegemeinde der DDR«. Trotz dieser wirtschaftlichen »Blütezeit« konnte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Betriebe und Kombinate in der ehemaligen DDR nicht in der Lage waren, den Bedarf im Inland abzudecken und zugleich, von Ausnahmen abgesehen, auf dem Weltmarkt mit ausgewählten Produkten konkurrenzfähig zu sein. Mit der Wende und dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion brachen schlagartig Absatzmärkte ein, weil ein erheblicher Teil der erzeugten Produkte vorher in dieses Gebiet exportiert wurde. Hinzu kam die Neugier des Verbrauchers auf westliche, moderne Erzeugnisse. Zur Umwandlung

der Betriebe auf die Konditionen der Marktwirtschaft waren umfangreiche Investitionen nötig, zu denen meist die notwendigen erheblichen finanziellen Mittel fehlten. Mehrmalige Eigentümerwechsel, bescheidene Konsolidierung, Liquidationen bis hin zur teilweisen lndustriebrache kennzeichneten die folgenden Jahre. Trotz aller dieser Umstände der Umstrukturierung mit dem Trend von der Industrie zur Dienstleistung kann man heute, elf Jahre nach der Wende, Böhlitz-Ehrenberg wieder als einen Industriestandort mit wachsender Bedeutung bezeichnen.

In Böhlitz-Ehrenberg waren im Jahre 2000 383 Firmen und 105 Handwerksbetriebe ansässig (aus Ortsteilkatalog 2000). Von der lndustrie sind davon zu nennen: Halberg Guss, HAL Aluminiumguß, Elektrotechnische Geräte, Pianofortefabrik, Kugel- und Rollenlagerwerk, Sächsischer Modellbau, Thyssen Aufzüge, KMH Getriebewerk, SAF Armaturenfabrik, Siemens, Kisten Kitze u.a.m.

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Der Eingang zum
Schlobach'schen Furnierwerk

Die Gießerei

 


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