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Publikationen

Aus der Ortschronik

Von 1091 – 1898

1091 dotiert Bischof Wernher das von ihm gegründete Peterskloster auf der Altenburg bei Merseburg. Dem Kloster zehnt-pflichtig sind u.a. »im Burgwardo Zwegene (Zweimen) die Dörfer Belitza, Gundtorff mit aller Zubehörung« sowie »im Burgwardo Scutici (Schkeuditz), Wesemar (Wiedemar) und Wideriz bey Leipzig«. Der Ort »Gunthorp« wird erstmalig 974 in einer Urkunde über die Schenkung durch Kaiser Otto II an das damals »noch arme Bistum Merseburg« aufgeführt.

1269 erfolgt die Auflassung bzw. Übertragung der Vogtei (Abgabenerhebung und Gerichtsbarkeit) über 29 aufgezählte Ortschaften an den Abt Werner bzw. das Kloster, darunter sind die Orte Gundorf (mit der Mühle), Böhlitz, Ehrenberg, Burghausen und Rückmarsdorf. Die Dörfer heißen bis in das 18. Jahrhundert die Abteidorfschaften und hatten im Amt Schkeuditz einen eigenen Abteirichter sowie eine eigene Verfassung.

1285 verkauft Markgraf Friedrich von Landsberg dem Bischof in Merseburg das Gericht Ranstädt (Markranstädt) samt allen Orten und Einkünften für 200 Mark Silbers. Dazu gehören u.a. Luszh (Leutzsch), Parnick (Barneck), Schonowe (Schönau), Miltiz, Linde-Neuendorph, Vrankenheim, Pristewelic, Aldenranstete (Altranstädt).

1497 wird der Leipziger Ratsherr Martin Bauer vom Bischof Tilo von Merseburg mit dem »Sattelhof« zu Leutzsch nebst Vorwerk, dem Dorfe Leutzsch samt Erbgericht in Leutzsch und Barneck belehnt.

1536 erwirbt Benedikt Wiedemann die Böhlitzer Mühle von Lorenz Müller. Zur Mühle gehören eine Mahlmühle, seit 1536 eine Papiermühle sowie eine Mühlwiese, 7 1/2 Acker Mühlholz und die Benutzung des Quells zwischen den Dörfern Böhlitz und Ehrenberg, der Biela.

1547 – am 27. Februar – äschern die Truppen des Kurfürsten Johann Friedrich im Schmalkaldischen Krieg Böhlitz ein. Die Böhlitzer Mühle wird niedergebrannt und danach wieder aufgebaut.

1562 erfolgt mit der Reformation die Säkularisation des Petersklosters. Kurfürst August von Sachsen wird Administrator des Stiftes Merseburg. In dieser Eigenschaft verkauft er 1580 das Gundorfer Kloster- bzw. Abteigut einschließlich der Mühle.

1630 tritt der Leipziger Rat die Mühle zu Böhlitz an den Rittergutsbesitzer Caspar von Öbschelwitz in Glesien ab, der dem Rat Geld geliehen hat, das infolge des Bankrotts der Stadt Leipzig 1625 nicht zurückgezahlt werden kann.

1631 legen Tillysche Truppen das Dorf Böhlitz in Asche. Das Wohnhaus des Müllers in Böhlitz brennt samt Scheune und Ställen und sämtlichem Vorrat nieder.

1632 wird die Erbschmiede in Ehrenberg erwähnt. Sie befindet sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz der Familie Tostlebe(n)/Tostlöbe, die über Generationen hinweg das Handwerk des Hufschmieds ausübt. Durch Heirat ist diese Familie auch in der Gundorfer Klostermühle ansässig.

1661 erwirbt der Leipziger Oberhofgerichtsrat Dr. Fritzsche, der seit 1650 das Gut Scherbitz (heute Altscherbitz) besitzt, das Abteigut Gundorf. Er vererbt es als »Rittergut Neuscherbitz« an seine Frau. Fortran hieß die Gemeinde »Gundorf mit Neuscherbitz«

1703 untersagt der Amtsschösser zu Schkeuditz die Benutzung des von Böhlitz und Ehrenberg zwischen den Gütern des Grafschen Gutes zu Barneck hindurch nach Leipzig führenden Weges.

1790 erwerben Johann Christian Hofmann und seine Ehefrau Johanna Sophie, geb. Albrecht, die Mühle zu Böhlitz.

1812 verkaufen sie diese für 18000 Taler an ihren Sohn Christian Heinrich Hofmann.

1837 wird das Mühlengut für 19000 Taler an Marie Wilhelmine Eisenschmidt übereignet.

1846 wird die Mühle für 40000 Taler an H. K. Kotrade bzw. für 50000 Taler an seinen Schwager C. W. Franz Schlobach weiterverkauft. Dieser richtet ein Furnierschneidewerk in der Mühle ein.

1814 hat Barneck sechs Häuser. Gundorf hat 17 Anwesen, Kirche, Pfarre, Hirten- und Armenhaus; der Ort hat insgesamt 26 Häuser, 170 Personen wohnen hier. Böhlitz hat 21, Ehrenberg 19 Häuser. 1827 gibt es in Böhlitz 26 Häuser, im Ort leben 100 Personen.
In den Abteidörfern sind trotz der Veränderungen nach dem Wiener Kongress zahlreiche Abgaben erhalten geblieben, die im »erbländischen« Teil, dem bisherigen Ratsgebiet von Leipzig, völlig unbekannt sind, wie z.B. Kuhgeld, Ofenzins, Federspülgeld, Zinstagsessen.

1824 erwirbt Johann Carl Friedrich Heine, der Vater des Leipziger Industrie-Pioniers Dr. Ernst Carl Erdmann Heine, das Gundorfer Rittergut Neuscherbitz. Heine ist Pächter der Erbschänke in Böhlitz.

1835 verkauft der Hohe Staatsfiskus den Müllern Christian Friedrich Hofmann zu Böhlitz und Karl Friedrich Kuntze zu Gundorf die Koppelfischerei in der Luppe vor der Ratsgrenze bei Böhlitz bis zur preußischen Grenze und die Waldfischerei im Zschampertbache sowie an einigen anderen Stellen in der Aue für 300 Taler.

1839, am 23. April, vereinigen sich die beiden Gemeinden Böhlitz und Ehrenberg zu einer politischen Gemeinde.

1840 umfasst die Flur der Dörfer Böhlitz und Ehrenberg 507 Acker und 243 Quadratruten (das sind 281 ha); davon sind mehr als 368 Acker Felder (135 ha), 16 Acker Gärten (7 ha), etwa 67 Acker Wiesen (37 ha), fast 35 Acker Wald (19 ha).

1843 setzt sich die Einwohnerschaft von Böhlitz-Ehrenberg wie folgt zusammen: 12 Hüfner, 1 Schneidermeister, 1 Schmiedemeister, 5 Häusler, 1 Müller, 1 Brotbäcker, 3 Schuhflicker, 1 Huthmann (Hirte), 1 Auszügler, 1 Maurergeselle, 4 Tagelöhner, 2 Zimmergesellen, 5 Oekonomen, 1 Fleischermeister, 1 Gartenarbeiter.

1856 wird die Bahnstrecke Leipzig-Corbetha als Teilstrecke der Thüringer Eisenbahn eröffnet.

1863 kauft Franz Schlobach die von Henry Platzmann in Gundorf errichtete Ziegelei. Die benötigte Lehmerde musste jedoch teilweise auf Kähnen herbeigeschafft werden, denn der Baumeister Leisebein, welcher die Ziegelei erbaut hatte, kaufte die Wiesen hinter der nunmehr Schlobach´schen Ziegelei auf, woraufhin Schlobach seinerseits die Wiese hinter der Leisebeinschen aufkaufte, so dass nun auch diese isoliert war. Später kaufte Schlobach dann Wiesen unterhalb des Bienitz und ließ von dort die Lehmerde mit einer Drahtseilbahn zur Ziegelei transportieren. (1910 kauft Schlobach den Rückmarsdorfer Stiftungswald an der Straße zwischen Gundorf und Quasnitz/Hänichen, um dort Lehm für seine Ziegelei in Gundorf zu gewinnen. 1919 stillgelegt, Bau des Schlobachhofs.)

1876 wird Böhlitz-Ehrenberg aus der Gundorfer Schule ausgeschult.

1877 entsteht ein eigener Schulbau für Böhlitz-Ehrenberg, der später dann als Gemeindeamt diente und heute Vereinshaus ist.

1879 wird durch eine Verfügung der Kaiserlichen Oberpostdirektion in Leipzig in Böhlitz-Ehrenberg eine eigene Postagentur eröffnet.

1881 übernimmt Albin Ackermann-Teubner, Seniorchef des Verlages B. G. Teubner, das Rittergut Neuscherbitz. Das Schloss wird renoviert. 1903 folgt sein Sohn, Hofrat Dr. A. Ackermann. Seit dieser Zeit wird die Bezeichnung »Rittergut Gundorf« amtlich. 1938 wird das Rittergut an die Stadt Leipzig verkauft.

1884 wird der Turnverein in Böhlitz-Ehrenberg gegründet. Als Turnplatz nutzt er zunächst den Schulhof des Schulgebäudes an der Leipziger Straße (am späteren Gemeindeamt und heutigen Vereinshaus).

1887 wird die Dampfziegelei von Bernhard Leisebein erbaut. In Gundorf wird eine neue Schule erbaut; das alte Schulgebäude dient fortan als Wohnhaus des Kantors. Die alte Ratsförsterei jenseits der Luppe wird abgebrochen und in der Folge am Bahnhof Leutzsch neu errichtet.

1890 wird die Feuerwehr von Böhlitz-Ehrenberg gegründet.

1893 Theodor B. Entsberger wird erster berufsmäßiger Gemeindevorstand.

1897 wird das Gaswerk erbaut. In der Folge erhält Böhlitz-Ehrenberg Gaslaternen zur Stras-senbeleuchtung. Die Inbetriebnahme erfolgt im August 1900.

1898 lässt sich der erste Arzt in Böhlitz-Ehrenberg nieder.

 

Von 1900 – 1984

1900 Carl Hinné, welcher sich durch anschließende Stiftungen (Wasserturmuhr, Glocken des Kirchgemeindehauses) einen blei-benden Namen geschaffen hat, eröffnet eine Niederlassung seiner Schmirgelscheibenfabrik.
Bau des Viaduktes (G.-Schwarz-Brücke) beginnt: notwendige Verbindung zu Leipzig.

1902 wird die spätere Gemeindebibliothek als Volksbücherei eröffnet. Es gibt den ersten öffentlichen Fernsprecher in Böhlitz-Ehrenberg. Der erste Kindergarten wird eröffnet.

1903 wird die Armaturen- und Metallwarenfabrik Böhlitz-Ehrenberg gegründet. Am 19. April 1903 erfolgte die Grundsteinlegung für das heutige Schulhaus. Schlüsselübergabe ist am 19. Oktober 1903.

1905 brennt die Gundorfer Mühle, die Klostermühle, ab; sie wird nicht wieder aufgebaut.

1906 Turnhallenweihe. Von 1906–1911 werden die Fabrikgebäude der L. Hupfeld AG, die u.a. das Phonola herstellt, auf Barnecker Flur erbaut. 1918 Vereinigung mit der Firma Carl Rönisch, 1925 Fusion mit der Klavierfabrik Gebr. Zimmermann.

1907 wird die von der Leipziger Außenbahn-AG betriebene Stras-senbahnlinie Leipzig-Gundorf eröffnet und die Sparkasse beginnt mit ihrer Geschäftstätigkeit.

1910 Carl Meyer wird Gemeindevorstand

1911 wird das Ortsnetz zur Versorgung mit elektrischem Strom in Böhlitz-Ehrenberg in Betrieb genommen. Den Strom liefert das Landkraftwerk Kulkwitz.

1911/12 werden der Wasserturm an der Bielastraße und ein Wasserwerk mit Wohnhaus am Nordhang des Bienitz erbaut.

1912 wird der Barnecker Steg erbaut, den die Hupfeld AG stiftet.

1920 wird die erste Apotheke, die Storchenapotheke, eingerichtet.

1927 wird sie in Goetheapotheke umbenannt.

1921 kauft die Gemeinde Böhlitz-Ehrenberg ein etwa 70000 m2 großes Gelände nördlich der Böhlitz-Ehrenberger/ Gundorfer Straße an, welches zunächst für die Anlage eines Friedhofes vorgesehen ist, wo dann jedoch ein Sportplatz eingerichtet und die Kleingartensparte »Vorwärts« gegründet wird.

1923 wird das Postamt in Böhlitz-Ehrenberg erbaut. Eine neue Turnhalle wird errichtet.

1924 wird der Bürgermeister Carl Meyer »auf Lebenszeit« gewählt; er ist bis 1933 im Amt.

1925 entsteht ein Erweiterungsbau der Gundorfer Schule mit vier Klassenzimmern. Die Gaststätte »Zum Ritterschlößchen« wird wieder eröffnet, nachdem das Etablissement in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg dem Fellhandel gedient hat. Der Gartenverein »Luppenaue« wird gegründet.

1926: Die Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg erwirbt ein 12000 m2 großes Gelände am Burghausener Weg zum Preis von 20000 Reichsmark, um hier einen Friedhof anzulegen.

Das Glockenhaus auf dem Böhlitz-Ehrenberger Schulhof wird abgebrochen. Am 29. August findet die Grundsteinlegung zum Kirchgemeindehaus in Böhlitz-Ehrenberg statt.

1927 Einweihung des Kirchgemeindehauses in Böhlitz-Ehrenberg.

1928 wird der Gasthof »Zur Großen Eiche« abgerissen und als mehrstöckiges Wohnhaus mit Gaststätte neu erbaut.
Am Barnecker Steg kommt es zu einem Zugunglück. Die Furniermesserei der Firma Schlobach brennt mitsamt den Trockenböden ab. Im Gasthof »Zum Waldmeister« bricht ein Dachstuhlbrand aus, der den Dachboden stark beschädigt. Durch Funkenflug wird die alte Tostlöbesche Scheune, das letzte mit Stroh gedeckte Gebäude in Böhlitz-Ehrenberg, völlig zerstört.

1929: Im April vernichtet trotz des Einsatzes von dreizehn auswärtigen Feuerwehren und der Leipziger Berufsfeuerwehr ein Feuer das 50 Meter lange und 15 Meter breite dreistöckige Furnierlagerhaus und die Stallgebäude der Schlobach´schen Fabrik.

1930 wird die Eisenbahnlinie Leipzig-Merseburg geschaffen und der Bahnhof »Gundorf-Burghausen« errichtet (1934 heißt die Station nach der Eingemeindung »Böhlitz-Ehrenberg«).

Bis 1930 fährt die Lehmbahn zu den Dampfziegelwerken Gundorf. Die Gleise lagen bis in die 80er Jahre noch am Forstweg.

1933 beginnt der Bau des Elster-Saale-Kanals. Das Kanalbett bis Dölzig ist 1935 fertig gestellt. Während des Krieges kommen die Bauarbeiten zum Erliegen.
Der Sohn des Forstassessors Merz aus Böhlitz-Ehrenberg fliegt als erster Pilot das bekannte Flugboot DOX.

1934 beginnen im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprogramms die Bauarbeiten an der Elster-Luppe-Regulierung. Dazu wird bis 1938 ein Hochflutbett erbaut. Das Hochflutbett hat eine Fließbreite von 15 Metern, es ist 3,30 Meter tief und hat beidseitig ein Flutbett von 30 Metern. Auf dem früher preußischen Gebiet ist der Querschnitt noch größer. Um Überflutung bei Hoch-wasser zu verhindern, gibt es seit den 60er Jahren einen zusätzlichen Damm an der Straße von Dölzig nach Schkeuditz. Die Elster-Luppe-Regulierung führte zu einer Veränderung der Wasserverhältnisse in der Aue. In dem früheren Sumpfgebiet »Gundorfer Lachen« kommt es auf 37 Hektar zu einer Aufforstung.

1935: Eine weitere Turnhalle wird errichtet.

1936 wird Schlobachshof zum Praktikumshof der Universität Leipzig für das Lehrfach Geflügelzucht.

1938 wird das Waldbad, das größte Betonbad Mitteldeutschlands, erbaut. Das Gut Gundorf wird Stadtgut.

1944/45 werden bei den zahlreichen Luftangriffen Industriebetriebe und einige Wohngebäude in Mitleidenschaft gezogen.

1945 marschieren US-Truppen in Böhlitz-Ehrenberg ein, im Juli werden sie von der Sowjetarmee als Besatzungstruppe abgelöst.

1946 werden das Dieselmotorenwerk und die Kugellagerfabrik SAG-Betriebe. Das Furnierwerk Schlobach wird enteignet. Schlobachshof fällt nicht unter die Enteignung.

1950 wird die Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt für Landarbeit Gundorf vom Sächsischen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft gegründet. Aus dem bisherigen Volkseigenen Gut Gundorf wird ein Lehr- und Versuchsgut.

1953 wird die katholische Kirche St. Hedwig erbaut. Schlobachshof wird als Abteilung Kleintierzucht der Landwirtschaftlichen Fakultät von der Universität Leipzig gepachtet. Das Böhlitz-Ehrenberger Werk der ehemaligen Firma Franz Schlobach heißt nunmehr Sachsenfurnier Böhlitz-Ehrenberg, später Sächsische Furnier- und Sägewerke.

1957: Die VEB Möbelwerke Leipzig, Werk 2, Böhlitz-Ehrenberg stellen verschiedene Massenbedarfsgüter her. Die Kugellagerfabrik in der Gutenbergstraße heißt nunmehr VEB Leipziger Kugellagerfabrik.

1961 wird das Wasserwerk rekonstruiert und durch Neubauten erweitert.

1967 wird die Turnhalle abgebrochen und 1974 eine neue errichtet.

1984 ereignet sich eine Gasexplosion in der Schillerstraße 5, wobei das Haus völlig zerstört wird. Ein Feuer vernichtet das Furniertrockensilo in der Auenstraße. Der Barnecker Steg wird wegen Baufälligkeit gesperrt.

Von 1990 - heute


Die politische Wende 1989 brachte für Böhlitz-Ehrenberg in den Folgejahren große Veränderungen mit sich. Die ehemals »größte Industriegemeinde der DDR« verlor in wenigen Jahren einen erheblichen Teil der großen Betriebe – wurden umgewandelt, z.T. von anderen übernommen oder auch verkleinert. Der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze konnte auch nicht durch die Niederlassung namhafter Firmen, wie z.B. Siemens oder Thyssen, wettgemacht werden. Dagegen erlebte der Wohnungsbau in Böhlitz-Ehrenberg binnen weniger Jahre einen enormen Aufschwung.

Es entstanden neue Wohnsiedlungen. z.B. an der Buchener Straße, an der Burgauenstraße, am Wiesenweg, an der Heinrich-Heine-Straße, eine Siedlung auf dem ehemaligen Gelände der Schlobach´schen Furnierwerke, die Einfamiliensiedlung »Östlich der Schönauer Landstraße«. Das Ortszentrum mit dem neuen Verwaltungsgebäude und dem neu gestaltetem Marktplatz entstand auf der »grünen Wiese«. Die Gaststätte »Große Eiche« wurde als »Soziokulturelles Zentrum« ausgebaut, die alte »Grüne Aue« wich einem Neubau. Der Breitscheidhof wurde großzügig saniert, wie auch viele andere Gebäude, und die wichtigsten Straßen erhielten einen neuen Strassenbelag und neugestaltete Gehwege, so dass manche Straßenzüge sich heute wieder ganz »schmuck« präsentieren und vergessen lassen, dass Böhlitz-Ehrenberg mehrere Jahre einer einzigen Großbaustelle glich.

1990 Hauptsatzung für Böhlitz-Ehrenberg beschlossen. Erste Grobkonzeption für Flächennutzungsplan 1991 Erste öffentliche Beratung zur Neuplanung des Ortszentrums. Entwurf des Gestaltungsplans. Einrichtung der Sozialstation in der Auenstraße. Gestaltungssatzung für Böhlitz-Ehrenberg. Rettungswache wird gegründet. Ausgabe 1 des »Gemeindeblatts Böhlitz-Ehrenberg« erscheint. Jubiläum 900 Jahre Böhlitz-Ehrenberg. Saal der Gaststätte »Große Eiche« wird abgebrochen, an gleicher Stelle wird ein Neubau errichtet.

1992 Bebauungspläne »Neues Ortszentrum« werden genehmigt und »Sanierungsgebiet Nr. 1« rechtswirksam bestätigt. Abriss des seit 8 Jahren gesperrten Barnecker Steges. Architekturwettbewerb »Neues Ortszentrum«. Gestaltung der ehemaligen Endstelle in Gundorf. Teilung der ehemaligen polytechnischen Oberschule in Grund- und Mittelschule. Böhlitz-Ehrenberg wird verkabelt – Telefonanschluß für jeden Haushalt und jedes Unternehmen nunmehr möglich. Sanierung des Gemeindesaales.

1993 Der neue »Barnecker Steg« wird eingeweiht. Beginn der Bauarbeiten am »Neuen Ortszentrum«.
Bebauungspläne »Wohnen am Teich« genehmigt.
Grundsteinlegung für Soz.-Kulturelles Zentrum »Große Eiche«. Richtfest Soz.-Kulturelles Zentrum. Sanierung der Turnhalle.

1994 Erste Wohnanlage im neuen Ortszentrum wird gebaut. Jugendclub im Sportlerheim Leipziger Straße wird übergeben und von den Jugendlichen saniert. Anbindung Heinrich-Heine-Straße an Schönauer Straße. Eröffnung der »Großen Eiche« nach Umbau. Bebauungspläne für »Wohnen östlich Schönauer Straße« und »Wohnen am Wiesenweg« genehmigt.

1995 Erstes Richtfest im Ortszentrum (Bauträger Dahlbusch). Am alten Gundorfer Schloss entsteht ein Reiterhof. Bebauungspläne »Gewerbepark Sprikkenweg« und »Wilma Auenwald« genehmigt. Feierliche Eröffnung des Jugendclubs. Das neue Ärztehaus mit Apotheke in der Pestalozzistraße wird eröffnet. Das Wasserwerk Böhlitz-Ehrenberg stellt seinen Betrieb ein. Böhlitz-Ehrenberg erhält über das Stadtnetz Leipzig Wasser aus dem Wasserwerk Torgau-Ost.

1996 Der erste Abschnitt vom Ortszentrum wird eingeweiht. Neuer Luppe-Hauptsammler zum Abpumpen in Richtung Kläranlage Rosental wird gebaut; die alte Luppe (Luppenmühlgraben) führt danach nur noch Regenabwässer. Am 1. Juni 1996 hat Böhlitz-Ehrenberg 7875 Einwohner.

1997 Erster Spatenstich für Wohn-siedlung »An der Burgaue«.
Der Wohnpark an der Gutshofstraße ist fertig gestellt. Bebauungspläne »Barnecker Straße« genehmigt. Sanierung der kath. Kirche. Das erste Familienfest findet statt.

1998 Die Gemeindeverwaltung zieht in das neue Verwaltungsgebäude um.
Der »Förderverein Ortsgeschichte Böhlitz-Ehrenberg e.V.« wird neu gegründet. Bebauungspläne »Domizil Schatz« genehmigt. Flächennutzungsplan nach 6. Offenlage durch Regierungspräsidium genehmigt. Die Eingemeindung Böhlitz-Ehrenbergs in die Großstadt Leipzig wird besiegelt.

Am 1. Januar 1999 ist Böhlitz-Ehrenberg durch Eingemeindung Ortsteil der Stadt Leipzig und hört somit auf, als selbstständige Gemeinde zu existieren. Heinz Wollmann wird Stadtrat für Böhlitz-Ehrenberg nach der Eingemeindung. 400 Jahre Grundschule Gundorf. Wahl des ersten ehrenamtlichen Ortsvorstandes, Frau Karin Teubner wird Ortschaftsratsvorsitzende. Konstituierende Sitzung des neuen Ortschaftsrates nach der Kommunalwahl. Bestätigung der Ortsvorsteherin. Beginn der Umbauarbeiten im Schlobachshof. Der Markt im Ortszentrum wird eingeweiht. Mit dem Abriss der Beleuchtung ist das Waldbad endgültig beseitigt.
2000 Erweiterung der Verwaltungs-Außenstelle Böhlitz-Ehrenberg und des Bürgeramtes durch Rückmarsdorf und Burghausen nach deren Eingemeindung zu Leipzig. Jubiläum 110 Jahre Freiwillige Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg. Am 31.12.2000 hat Böhlitz-Ehrenberg 9272 Einwohner: 4508 männlich, 4764 weiblich.

2001 Freilegung der Biela durch finanzielle Unterstützung der »Wilma Bau- und Bauträger GmbH«. Inkrafttreten der neuen Straßennamen und Postleitzahl bedingt durch die Eingemeindung. Beschluss des Stadtrates zum Erhalt der Mittelschule Böhlitz-Ehrenberg.

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